Autistisch gut leben.

AQ Kinder

Diese Version des Autismus-Spektrum-Quotient-Tests (AQ-Test) ist die Variante für Kinder. Der Fragebogen kann für Kinder von 4 bis 11 Jahren ausgefüllt werden.

(Für Jugendliche von 12-15 Jahren sowie für Erwachsene gibt es andere Versionen. Für Kinder unter 4 Jahren gibt es den Autismus-Test für Kleinkinder.)

Dieser Test wird üblicherweise von einem Elternteil oder einer vergleichbaren Bezugsperson ausgefüllt. Er ist kostenlos, völlig anonym und wird automatisch ausgewertet.

Wichtig: Der AQ-Test stellt keine Diagnose; er ist nur zum “Screening” gedacht. Das heißt, das Ergebnis kann nur sagen, ob eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum wahrscheinlich oder unwahrscheinlich ist.

Außerdem dient der Test nicht zur Unterscheidung zwischen (frühreren) Subtypen aus dem Autismus-Spektrum (z.B. Asperger-Syndrom, HFA, frühkindlichem (Kanner-)Autismus, oder dem atypischen Autismus). Allerdings beziehen sich manche Fragen auf sprachliche Aspekte und können in Bezug auf nonverbale Kinder schwer zu beantworten sein.

Entwickelt wurde der Test am Autism Research Center in Cambridge.

Lies jede der folgenden Aussagen sorgfältig und entscheide, welche Aussage am besten auf dein Kind zutrifft.

Sie/er macht Sachen lieber gemeinsam mit anderen als alleine.

Sie/er macht Dinge am liebsten immer und immer wieder auf die gleiche Weise.

Wenn sie/er versucht, sich etwas vorzustellen, fällt es ihm/ihr sehr leicht, ein Bild davon „in ihrem/seinem Kopf“ zu sehen.
Sie/er vertieft sich oft so sehr in eine Sache, dass sie/er andere Dinge aus den Augen verliert.
Sie/er bemerkt oft kleine Geräusche, die andere nicht wahrnehmen.
Sie/er bemerkt meist Autokennzeichen oder ähnliche Zeichenketten mit Informationen.
Andere Leute sagen ihm/ihr häufig, dass das, was er/sie sagt, unhöflich sei, obwohl er/sie denkt, es sei höflich.
Wenn sie/er eine Geschichte liest, kann sie/er sich leicht
vorstellen, wie die Charaktere aussehen könnten.
Uhrzeiten und Datumsangaben faszinieren sie/ihn.
In einer Gruppe kann sie/er leicht den Unterhaltungen zwischen mehreren verschiedenen Leuten folgen.
Soziale Situationen fallen ihr/ihm leicht.
Sie/er nimmt oft Details wahr, die andere nicht bemerken.
Sie/er würde lieber in eine Bibliothek als auf eine Geburtstagsparty gehen.
Es fällt ihr/ihm leicht, Geschichten zu erfinden.
Sie/er fühlt sich stärker zu Menschen als zu Dingen hingezogen.
Sie/er ist oft sehr stark an bestimmten Themen interessiert und wird oft unzufrieden, wenn sie/er diese Interessen nicht verfolgen kann.
Sie/er mag es, unverbindlich zu plaudern.
Wenn sie/er redet, ist es für andere nicht immer einfach, auch zu Wort zu kommen.
Zahlen faszinieren sie/ihn.
Wenn sie/er eine Geschichte liest, fällt es ihr/ihm schwer, die Absichten oder Gefühle der Charaktere zu verstehen.
Sie/er liest nicht besonders gerne Romane.
Es fällt ihr/ihm schwer, neue Freunde zu finden.
Ihr/ihm fallen immer wieder Muster in Sachen und Zusammenhängen auf.
Sie/er würde lieber ins Kino als ins Museum gehen.
Es irritiert sie/ihn nicht, wenn ihr/sein gewohnter Tagesablauf gestört wird.
Sie/er weiß oft nicht, wie sie/er eine Unterhaltung mit Gleichaltrigen aufrechterhalten soll.
Es fällt ihr/ihm leicht, "zwischen den Zeilen" zu lesen, wenn
jemand mit ihr/ihm spricht.
Sie/er konzentriert sich meistens eher auf das große Ganze als auf die Details.
Sie/er kann sich nicht gut Telefonnummern merken.

Kleine Veränderungen in Situationen oder am Aussehen einer Person bemerkt sie/er normalerweise nicht.

Sie/er erkennt, wenn jemand, der ihr/ihm zuhört, beginnt, sich zu langweilen.

Es fällt ihr/ihm leicht, zwischen verschiedenen Tätigkeiten hin- und herzuwechseln.

Wenn sie/er telefoniert, ist sie/er nicht sicher, wann sie/er dran ist zu sprechen.

Sie/er mag es, spontan etwas zu unternehmen.

Bei einem Witz versteht sie/er die Pointe oft als Letzte(r).

Es fällt ihr/ihm leicht, zu verstehen, was jemand denkt oder fühlt, indem sie/er ihnen einfach ins Gesicht schaut.

Wenn sie/er bei einer Aktivität unterbrochen wird, kann sie/er sehr schnell wieder in diese Aktivität zurückfinden.

Sie/er ist gut darin, freundlich mit anderen zu plaudern.

Leute sagen ihr/ihm oft, dass sie/er zu lange auf einem Thema herumreitet.

Als sie/er im Kindergarten war, hat sie/er gerne Rollenspiele mit anderen Kindern gespielt.

Sie/er sammelt gerne Informationen über Kategorien von
Dingen (z.B. Automarken, Vogelarten, Zugtypen, Pflanzenarten etc.).

Sie/er kann sich nur schwer vorstellen, wie es wäre, jemand anderes zu sein.

Sie/er plant ihre/seine Aktivitäten und Unternehmungen gerne sehr sorgfältig.

Sie/er genießt soziale Anlässe.

Es fällt ihr/ihm schwer, die Absichten anderer Leute zu verstehen.

Neue Situationen machen sie/ihn nervös.

Sie/er lernt gerne neue Leute kennen.

Sie/er ist gut darin, darauf zu achten, die Gefühle anderer nicht zu verletzen.

Sie/er erinnert sich nicht gut an die Geburtsdaten anderer Leute.

Es fällt ihr/ihm sehr leicht, mit Kindern Spiele zu spielen, bei denen man "so tut als ob".

Zuletzt bearbeitet am 09.05.2026.

Linus Mueller
Linus Mueller, M.A.

Linus Mueller befasst sich seit über 20 Jahren mit Autismus. Er hat hat sein Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Magisterarbeit über Autismus und Gender abgeschlossen und in mehreren Autismus-Organisationen gearbeitet, bevor er Autismus-Kultur gründete. Linus ist selbst autistisch und Vater zweier fabelhafter Kinder.